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Runen und ihre Entstehungsgeschichte

   Geschrieben von: Lena   in Runen

Exif_JPEG_PICTUREDer Ursprung der Runen und ihre Entstehungsgeschichte liegen im Dunkeln und tauchten in die Nebel des Vergessens ein, während die Zeichen die Zeit überdauerten.
Runenähnliche Symbole finden wir in vielen Ländern und in allen geschichtlichen Epochen unserer Menschheit. So wurden beispielsweise in den Grotten Mas D‘Azil und Rochbertier Zeichen aus dem Paläolithikum (Altsteinzeit) gefunden, die Runen gleichen. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass Runen in ihrer heutigen Gestalt und Bedeutung auf diese Darstellungen zurück gehen. Den Runen ist gemein, dass es sich um sehr leicht zu ritzende Zeichen handelt. Ihre Formen sind so reduziert und einfach gehalten, dass es kein Wunder ist, dass ähnliche Darstellungen immer wieder eine neue Verwendung fanden.
Manch Wissenschaftler sieht in Runen die Weiterentwicklung eines etruskischen / norditalienischen Alphabets, andere der lateinischen Schrift, manche schreiben den Goten im Schwarzmeergebiet ihre Entstehung zu und andere bestehen auf einen rein nordischen Ursprung.
In der nordischen Mythologie heißt es, dass sie von Erzrednern ersonnen, von Göttern geschaffen und vom höchsten Herrscher geritzt wurden…

Die Lieder-Edda ist eine Sammlung von nordischen Götter- und Heldensagen, die nach der Christianisierung um 1270 zusammengetragen wurden. In ihr finden wir Odins Runenlied „Rúnatal“, welches von seiner Empfängnis der Runen erzählt:

„Ich weiß, daß ich hing
am windigen Baum
neun Nächte lang,
mit dem Ger verwundet,
geweiht dem Odin,
ich selbst mir selbst,
an jenem Baum,
da jedem fremd,
aus welcher Wurzel er wächst.

Sie spendeten mir
nicht Speise noch Trank;
nieder neigt ich mich,
nahm auf die Runen,
nahm sie rufend auf;
nieder dann neigt ich mich.”

(aus „Die Edda“ Übersetzung von Felix Genzmer, Spruchweisheit „Die Runenlehren“)

Odin hing 9 Tage und Nächte an dem Weltenbaum Yggdrasil, der Älter ist als alle Geschichten und Legenden der Menschen des Nordens. So weiß niemand mehr, aus welcher Wurzel er spross, wo er her kam und wer ihn schuf… er war da, vom Anbeginn der Zeit. Yggdrasil ist in der nordischen Mythologie die Verbindung der 9 Welten und somit die Versinnbildlichung des Universums und des gesamten Seins. ( Mehr dazu an anderer Stelle ;-) )
In vielen alten Zeichnungen wird Odin kopfüber an einem Fuße hängend dargestellt. 9 Tage harrt er so aus. Ein Tag und eine Nacht für jede der 9 Welten.
Odin fastet in dieser Zeit und nimmt weder Speise noch Trank zu sich. Er übt bewussten Verzicht und dieser sorgt für eine Erweiterung seines Bewusstseins.
Odin ist verletzt und wurde mit einem Speer (Ger) verwundet. Die Besondere dabei ist, dass dieser Speer ihm selbst geweiht ist. Es geht sogar soweit, denn die Wunden fügt er sich selbst zu. Es war also seine bewusste Entscheidung zu leiden, sich selbst und sein Blut zu Opfern.
Er beugt sich aus dem hoheitlichen Asgards hinab. Verlässt Stück für Stück die obere Ebene und seinen warmen Thron, geht hängend immer tiefer und tiefer, folgt dem Weg nach unten – nach ganz unten. Bis er sie erreichen kann. Tief zwischen den Wurzeln. Vor Schmerzen windend nimmt er sie rufend auf.
Erst durch diesen 9 tägigen Initiierungsprozess erweist Odin sich als würdig und erlangt die innere Bereitschaft die Runen zu empfangen. Er ist willens sich selbst aufzugeben, seine Sicherheit, sein warmes Zuhause, sein träges Dasein hinter sich zu lassen und macht sich hiermit von seinem Ballast frei. Er schmeckt den Schweiß, das Feuer und die Erde. Hierdurch wird er eins mit den 9 Welten, die ihm erst in ihrer Gesamtheit die Macht der Runen offenbaren können. Die 9 Welten, die durch den einen Baum verbunden sind und miteinander eins werden.

Manche sehen den Aspekt der Opferung in einem direkten Zusammenhang mit dem bereits sehr einflussreichen Christentum. Andere erkennen hier den grundlegenden Energieaustausch von Nehmen und Geben. Odin muss zunächst von sich geben, um die Runen überhaupt empfangen zu können. Er schafft in sich einen Raum, den die Runen einnehmen können und gibt als Ausgleich sein Blut, welches die Leere auf der anderen Seite füllen kann. Odin legt sein Schicksal in die Hände der universalen Urenergie ( Yggdrasil), ist bereit sich und sein Leben aufzugeben um zu einer tieferen Erkenntnis zu kommen. Und dafür wird er mit der Runenempfängnis belohnt.

„ Zu wachsen begann ich
und wohl zu gedeihn,
weise ward ich da:
Wort mich von Wort
zu Wort führte,
Werk mich von Werk
zu Werk führte.“

(aus „Die Edda“  Übersetzung von Felix Genzmer, Spruchweisheit „Die Runenlehren“)

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, August 7th, 2014 um 16:36 in der Kategorie Runen. Du kannst via RSS 2.0 alle Antworten auf diesen Beitrag verfolgen. Du kannst ebenfalls einen Kommentar schreiben, oder die Trackback-Funktion Deiner eigenen Seite verwenden.


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