28
Jul

Das Wort Rune und seine Bedeutung

   Geschrieben von: Lena   in Runen

Vorab möchte ich auf etwas hinweisen: Ich bin kein Etymologe und mir persönlich ist die genaue Abstammung des Wortes „Rune“ auch ziemlich egal. Daher werde ich hier nur begrenzt auf die Wurzeln eingehen. ;-)

Die Etymologie des neuhochdeutschen Wortes „Rune“ ist, soweit ich weiß, nicht endgültig geklärt. Das uns bekannt Wort selbst entstand erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhundert und ist eine gelehrte Entlehnung aus dem Dänischen. Es beruht jedoch auf diverse Vorformen, die in „urgermanischen“ Dialekten zu finden sind.

Im Buch „Helrunar“ von Jan Fries finden wir hierzu folgende Angaben:

„Altenglisch:
runian (»flüstern«)
leodrunan (»Liedrunen«)

Althochdeutsch:
rune (»Geheimnis«, »Mysterium«)

Modernes Deutsch:
raunen (»Geheimnisse flüstern«)

Altirisch:
run (»Geheimnis«)

Altnordisch:
runar (»Mysterien«)

Skaldisches Altisländisch:
runi (»Freund«, »Gefährte«, »Berater«)
runnr (»Waldland«)

Mittelwalisisch:
rhin (»magischer Zauber«)

Finnisch:
runo (»Lied«, »Gesang«, »Beschwörung«)“

Belege für die Verwendung ähnlicher Wörter für „Rune“ finden sich in diversen Innenschriften, z.B.:

runo (akk.sg.):
- Stein von Einang (Norwegen – ca. 350-400 n.Chr.)

runo (gen.pl.):
- Stein von Stentoften ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)
- Stein von Björketorp ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

runa(akk.sg.):
- Stein von Noleby (Schweden – ca. 450/600 n.Chr.)
- Spange von Eikeland (Norwegen – ca ca. 450 n.Chr.)
- Bügelfibel von Freilaubersheim (Deutschland – ca. 575 n.Chr.)

runa(akk.pl.):
- Bügelfibel von Freilaubersheim (Deutschland – ca. 575 n.Chr.)

runoz(akk.pl.):
- Stein von Stentoften ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

runaz(akk.pl.):
- Stein von Björketorp ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

ronoz(akk.pl.):
- Stein von Järsberg ( Schweden – ca. 450 n.Chr.)
- Brakteat von Tjurkö 1( Schweden – ca. 500 n.Chr.)
- Stein von Istaby ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

ronu(dat.sg.):
- Stein von Björketorp ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

Über die verschieden Schreibweisen würde ich mir persönlich keine Gedanken machen, denn schließlich gab es damals noch keinen Duden. ;-)

Genauere und weitere Informationen kannst du z.B. auf der Runenprojekt Seite der Uni Kiel finden: http://www.runenprojekt.uni-kiel.de/

Was ich interessant finde ist, dass das Wort Runen vermutlich auf eine homonyme Wurzel „*rūn-„ zurückgeht. Unter Homonym versteht man ein Wort mit verschiedenen Bedeutungen ( z.B. Tau: Seil und morgendlicher Niederschlag).
Die Wurzel „*rūn-„ bedeutet so viel wie raunen, flüstern, Geheimnis, Mysterium und gleichzeitig auch ritzen, kerben, Eintiefung, Einritzung. Ich finde, dass uns damit allein schon der Begriff „Rune“ viel über ihr Wesen verraten kann.

Runen raunen, sie flüstern uns zu. Geheimnisse aus einer anderen Welt, magische Weisheit. Das Mysterium des Seins liegt in ihrem Schoß. Sei leise. Höre genau hin, und Du kannst es vielleicht vernehmen.
Weißt Du sie zu ritzen – die Nebel zu durchtrennen? Bist Du bereit Kerben zu schlagen und in ihre Tiefen vorzudringen? Durchschneide das Band des Schicksals und webe einen neuen Faden.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, Juli 28th, 2014 um 14:00 in der Kategorie Runen. Du kannst via RSS 2.0 alle Antworten auf diesen Beitrag verfolgen. Du kannst ebenfalls einen Kommentar schreiben, oder die Trackback-Funktion Deiner eigenen Seite verwenden.


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