20
Mrz

Göttinnen Gleich wird geboren

   Geschrieben von: Lena   in Allgemein

…~ Jede Frau ist einer Göttin gleich! ~…

Heute erblickt GöttinnenGleich das Licht der Welt und ich bin ganz gerührt. Seit Anfang des Jahres habe ich fast jede freie Minute diesem Projekt geschenkt. Und jetzt ist Sie da …
… mein Dank gilt all den wunderbaren Frauen, die sich bereits auf GöttinnenGleich eingebracht haben und meinem Partner, der mir den Rücken frei hält und die Göttin in mir und jeder Frau ehrt.

GöttinnenGleich ist ein Reich von und für Frauen. GöttinnenGleich feiert die Göttinlichkeit in jeder Frau, ehrt uns in unserer Weiblichkeit und ruft unsere schöpferische Ur-Kraft an.

Mit GöttinnenGleich möchte ich eine Verbindung zwischen den spirituellen Aspekten von GöttinnenGlaube, nährenden FrauenWissen und der Kraft der Frauenbewegung schaffen. GöttinnenGleich ehrt die Göttin in jeder Frau, regt dazu an sich selbst zu verwöhnen und wertzuschätzen. Gleichzeitig zieht GöttinnenGleich auch ganz klare Grenzen wenn es um die weltweite Unterdrückung und Missachtung von Frauen geht. Sowohl Licht als auch Schatten haben auf GöttinnenGleich ihren Raum, damit der Wandel wirklich wird.
Wer sich verändert, verändert die Welt. Fühle die Welle und nun – sei die Welle! Aho!

Ich freue mich auf Deinen Besuch auf www.GoettinnenGleich.de und ganz besonders über Gästebucheinträge und weitere Beiträge für GöttinnenGleich. :-)

Herzensgrüße
Eure Lena

6
Feb

Genitalverstümmelung – Geliebte Traditionen

   Geschrieben von: Lena   in Allgemein

Heute ist der internationalen Tag der Nulltoleranz gegenüber der Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen.

Nach Studien werden TÄGLICH die Genitalien von ca. 8000 Frauen verstümmelt. Es gibt unterschiedliche Formen, je nach Tradition.

 

… Geliebte Traditionen …

Part 1 – Ich bin ein Kind.

Meine Mutter nimmt mich an die Hand,
ganz fest hält sie mich.
Sie führt mich fort,
fort zur Hütte der Heilerin.
Stolz recke ich mein Kinn.
Was sollte ich auch anderes tun?
Ich bin nur eine,
nur eine unter tausenden,
tausende täglich.
Wir erreichen die Hütte.
Ich ziehe meine Unterkörper aus
und ich lege mich auf den Boden.
Die Heilerin kommt,
in ihrer Hand eine Rasierklinge.
Das Blut meiner Vorgängerin
klebt noch an ihr.
Neben mir krabbelt ein lustiger Käfer.
Die Heilerin spreizt meine Beine.
Frauen halten mich fest,
pressen mich auf die Erde.
Ich möchte mit dem Käfer spielen.
Die Klinge dringt in mein Fleisch ein.
Mein Blut fließt in Strömen.
Ich schreie.
Meine Klitoris fällt auf den Boden.
Die Klinge gleitet weiter,
fast schon sanft.
Wo ist denn nur der Käfer?
Zärtlich hält die Heilerin meine Schamlippen,
während sie sie Stück für Stück entfernt.
Die Inneren und natürlich auch die Äußeren.
Hoffentlich vergisst sie nichts.
Sie nimmt die nutzlosen Fleischstücke
und wirft sie achtlos zur Seite.
Ein kleiner Strohhalm.
Sie führt ihn in die blutige Masse ein.
Praktisch so ein Strohhalm.
Eine Nadel sticht mich,
immer wieder.
Dringt in meine Haut ein und wieder aus.
Endlich sind die Seiten meiner Vulva zusammengenäht.
Die Heilerin bandagiert meinen Körper,
von den Knöcheln bis zur Hüfte.
Der Käfer ist wieder da!

Part 2 – Ich bin eine Frau.

Sie haben mich verheiratet,
verheiratet mit einem guten Mann.
Er wollte mich,
weil ich wertvoll bin,
unangetastet,
und das beweisbar.
Heute ist unsere erste Nacht.
Er beugt sich über mich.
Ich rieche seinen Schweiß
und fühle seine Erregung.
Gleich wird er mich öffnen.
Der lustige Käfer ist wieder da.
Ich spüre wie sein Glied gegen die Narbe stößt.
Stoß um Stoß um Stoß.
Immer härter,
schneller.
Leise Flucht er vor sich hin.
Ob Käfer auch fluchen können?
Er fängt an zu keuchen,
härter, schneller
und doch bleibe ich verschlossen.
Er sieht mich an,
seine Lende bebt vor Erregung.
Er küsst mich auf die Stirn
und verlässt du Raum.
Wo ist denn schon wieder der Käfer hin?
Dann ist mein Mann wieder da,
in der Hand ein Messer.
Er lächelt mich sanft an,
spreizt zärtlich meine Beine.
Ich beiße auf meine Lippen,
während die Klinge durch meine Haut gleitet,
forschend immer weiter dringend,
um ein Paradies freizulegen.
Dann sind die Tore geöffnet,
frei für sein Glied.
Er dringt in mich ein,
stößt immer wieder zu.
Ja, ich bin sein.
Ein süßer Geruch liegt lieblich in der Luft,
als sich seine Samen mit meinem Blut vermischen.
Und der Käfer krabbelt über rote Erde.

Part 3 – Ich bin eine Mutter

Mein Leib ist dick und rund,
Wehen lassen mich erzittern.
Gleich werde ich neues Leben schenken.
Welch eine Gabe.
Der lustige Käfer steht mir bei.
Mein Tor zum Paradies ist noch zu klein,
so zückt die Hebamme eine Scherbe.
Das Glas dringt in meine Haut,
öffnet sie für mein Kind.
Warm umhüllt mich mein Blut.
Ich presse noch einige Stunden,
dann ist es da,
mein Kind.
Eine Tochter!
Wie schön.
Ich lächle dem Käfer zu.
Erneut gleitet das Glas durch meine Haut.
Ritsch ratsch.
Fort mit dem alten Narbengewebe!
Ritsch ratsch.
Schreie ich?
Ich spüre meinen alten Freund,
den Strohhalm,
wie er in mein blutiges Fleisch gleitet.
Auch die Nadel sticht mich wieder,
durchstößt meine Haut,
rein und wieder raus,
zu verschließen die Tore zum Paradies.
Doch ich spüre nichts,
fast.
Der Käfer hat sich sowieso schon längst wieder versteckt.
Meine Gedanken sind weit fort,
schöne Träume formen sich.
Lächelnd denke ich an den Tag,
an den Tag,
an dem ich die Hand meiner Tochter nehmen werde.
Ganz fest werde ich sie halten,
wie einst meine Mutter.
Ich werde sie zur Hütte der Heilerin führen
und dort wird sie wahres Glück empfangen.
Oh, wie reich sind wir Menschen,
wie besonders,
dass wir solche Traditionen haben.
Ich liebe sie,
unsere Traditionen.
Sie machen uns doch erst zu dem,
was wir sind.
Wie beschneiden eigentlich Käfer ihre Kinder?

24
Okt

Über die Venus von Willendorf

   Geschrieben von: Lena   in Göttin

Exif_JPEG_PICTUREDie Venus von Willendorf ist eine ca. 27.000 Jahre alte Statuette, die 1908 bei Bauarbeiten in Willendorf an den Ufern der Donau gefunden wurde. Die Figurine ist aus Kalkstein, ca. 11 cm groß und stellt eine nackte, füllige Frau mittleren Alters dar.
Über die Symbolik der Venus von Willendorf gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Manche sehen in ihr ein Fruchtbarkeitssymbol, andere die Darstellung einer Göttin, die Verkörperung von Mutter Erde oder ein Mahnmal für steinzeitliches Konsumdenken, Sexismus und Egoismus.
Fakt ist, dass wir niemals erfahren werden, warum sie geschaffen wurde und was ihr Schöpfer in ihr sah.

Wie können wir mit diesem Geschenk unserer Ahnen umgehen?

Wir können sie ansehen, sie anfassen, sie fühlen. Wir können für uns erforschen, wie und ob sie uns in der Tiefe unseres Selbst berührt.
Wir können die Wertschätzung verinnerlichen, die unsere Ahnen einer von Lebensfülle überquellenden Frau entgegenbrachten. Es mag nicht mehr wissenschaftlich nachweisbar sein, was die große Dame für unsere Ahnen bedeutete – doch ihre Bedeutung muss gewaltig gewesen sein! Es wurden viele ähnliche Venusdarstellungen gefunden – verteilt in den unglaublichen Weiten Europas, geschaffen in Zeitspannen von tausenden von Jahren. Das Leben damals war hart und ein täglicher Kampf ums Überleben. Dennoch waren diese Figurinen für die Menschen so wichtig, dass sie Tage lang ihre Zeit und Kraft in die Erschaffung einer Frau fließen ließen! Frauen, deren Fülle für alle sichtbar ist. Mächtige Urmütter.
Darstellungen von Männern aus dieser Zeit wurden übrigens kaum gefunden!


Wirklich wichtig ist, was Du in der Venus siehst.

Ich liebe diese Darstellung einer Frau! Ich sehe in der Venus von Willendorf Liebe. Liebe zum Leben. Liebe zum Anderssein. Liebe zu sich selbst. Ich sehe in ihr die Fülle des Lebens. Die Fülle an verschiedenen Facetten und Wegen. Die Fülle mit der uns unsere Mutter Erde versorgt. Die Fülle ihrer Schätze. Ich sehe weibliche Weichheit, an der ich mich anschmiege, in der ich eintauche. Weibliche Weichheit, die mir gleichzeitig Halt gibt, mich sanft in ihre Arme einhüllt und stützt. Ich fühle die Kraft ihres großen Herzens, das überschäumt von nährender Fülle.

Was siehst Du in ihr?

23
Okt

Anrufung der weisen Alten

   Geschrieben von: Lena   in Anrufung, Göttin

Weise Alte

Sternentänzer,
Silbermond,
Nachtigall,
Abendrot.

Deine wissenden Augen sehen alles,
nichts ist dir verborgen.
Hast getanzt mit den Wolken,
und gelebt um des Lebens Wille,
hast in vollkommener Liebe geschaffen,
um des Schaffens Wille.
Du bist hinab gestiegen in die nie endenden Tiefen,
und durchschrittst die dunkelste der finsteren Schluchten,
du empfingst das Wissen der Welten,
und kamst wieder um bald zu gehen.
Aus Wissen ward in deinem Antlitz Weisheit,
und aus Erfahrung ward Erkenntnis.
Du bist da,
und doch schon lange fort,
zwischen dem Sein liegt deine Existenz.

Erkenntnissturm,
Nebelboot,
weise Alte,
wartender Tod.

22
Okt

Anrufung der Mutter

   Geschrieben von: Lena   in Anrufung, Göttin

Mutter
Volle Brüste, runder Leib,
starkes Herz, wildes Weib.
Erdenmutter, Mutter Erde,
Leben sei dein Erbe.
Tanzende Spirale des Seins,
in dir sind wir alle eins.
Auf den Pfaden der Liebe wandelnd,
zum Schutze deiner Kinder handelnd,
bist du das nie versiegende Feuer,
das alles verschlingende Ungeheuer,
und stellst unerbittlich vor Gericht,
wer mit dem Leben bricht.
Doch nimmst du jenen zärtlich in den Arm,
und hältst ihn in der größten Kälte warm,
der dem Ganz wahrhaft dient,
und sich dem Weg zu dir verschrieb.

 

25
Sep

Kampf-Emanze

   Geschrieben von: Lena   in Allgemein

Während meiner Abi-Zeit begannen irgendwann meine Jahrgangskollegen mich neckend als „Kampf-Emanze“ zu bezeichnen. Damals hatte ich dafür kein Verständnis. Es machte mich wütend und ich empfand die Bezeichnung als Beleidigung. In meinen Augen war ich vollkommen normal. 2 Jahre zuvor hatte ich begonnen mich mit Magie und dem Hexentum zu beschäftigen. Für Feminismus, Frauenrechte und Emanzipation habe ich mich bis zu dieser Zeit nie interessiert. Ich war einfach ich. Ich fühlte mich immer frei zu sagen und zu tun, was ich wollte. Es kam mir gar nicht in den Sinn, dass Frauen nicht gleichberechtigt sein könnten. Das lag absolut außerhalb meiner Vorstellungskraft. Und so verhielt ich mich auch. Und dann hieß es auf einmal, dass ich eine „Kampf-Emanze“ sei. Eine „Emanze“?  Emanzipiert ja und was war mit dem „Kampf“? Ich kämpfte doch nicht! Oder doch? Und wenn ja wofür?

Zeitsprung.

Kurz vor dem Frauenkongress Ende August war ein guter Freund meines Partners bei uns zum Grillen. Beide saßen gemütlich auf dem Balkon in der Sonne und unterhielten sich. Mein Schatz erzählte ihm gerade vom Frauenkongress. Er wich ein ganz klein wenig zurück und seine Miene verdüsterte sich. „Warum will sie dahin?“, fragte er abschätzend.
„Sie ist eine Feministin. Dort treffen sich Frauen um gemeinsam Erfahrungen in einem behüteten Rahmen auszutauschen, miteinander zu lernen, zu wachsen und auch einfach zu feiern. Ich glaube, dass das gut ist und es wird bestimmt eine tolles Erlebnis für sie.“
Ich kam dazu und er wich weiter zurück: „Wovor hast du Angst? Was denkst du gerade?“
Er überlegte und wollte nicht so recht raus mit der Sprache. „Du glaubst, dass sich dort lauter Männerhassende Kampf-Emanzen versammeln, auf euch rumhacken und verteufeln. Stimmt’s?“
Er grinste.
Ich setzte mich neben ihn und begann zu erzählen: „Vor einigen Jahren war ich auf einem anderen Kongress. Dort hielt eine Frau einen Vortrag darüber, wie schlecht alle Männer doch sein und dass nur eine ungebundene Frau für Frauen kämpfen kann, weil Männer die Sinne vergiften. Männer sein für alles Schlechte, für Kriege und Gewalt auf dieser Erde verantwortlich und wir müssten sie unterjochen, damit wieder Frieden auf diesen Planeten herrschen kann. Ich stand während der Rede auf und verließ den Raum. Ich überlegte ernsthaft den Kongress zu verlassen und abzureisen. Dann begann ich mich mit den Frauen zu unterhalten und ihnen zuzuhören. Es gab fast keine Frau, die diese extreme Ansicht gut hieß. Fast alle wollten nur eins: Gleichberechtigung. Es ging nicht darum, sich über einen Mann zu stellen. Die Frauen wussten, dass sie damit das gleiche Unrecht Männern antun würden, wie ihnen selbst angetan wurde. Es geht darum sich auf gleicher Augenhöhe zu bewegen.”
„Ja gut.“, sagte er: „ Hier in Deutschland herrscht doch aber Gleichberechtigung. Wozu brauchen wir sowas denn noch.“
„Wie viele Frauen und wie viele Männer hast du als vorgesetzte? Verdient deine Mutter das Gleiche, wie ihr Kollege?“
Er wurde nachdenklich und ich fuhr weiter: „Ich möchte dir noch etwas über die Frauen dort auf dem Kongress erzählen. Fast jede Frau, mit der ich mich dort unterhalten habe erzählte mir meist unter Tränen, dass sie körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt hat. Fast jede Frau dort wurde mindestens einmal in ihrem Leben, manchmal bereits als Kind misshandelt, verprügelt, an gegrapscht oder vergewaltigt. Ich glaube, dass darum einige wenige Frauen eine absolut ablehnende Haltung gegenüber Männern haben. Und das ist doch mehr als verständlich. Oder?“
Er nickte stumm.
„Wenn du vergewaltigt worden wärst, dein Leib geschlagen und geschunden – wärst du in der Lage Frieden zu schließen und dich dafür einzusetzen, dass ALLE MENSCHEN die gleichen Rechte haben, frei über ihren eigenen Körper bestimmen können und mit dem gleichen Respekt behandelt werden? Frauen wie Männer.“
„Ich weiß es nicht.“, sagte er bedrückt: „Aber hier ist es doch nicht so schlimm, wie zum Beispiel in Indien.“
„Alle 68 Minuten wird in Deutschland eine Frau vergewaltigt. Nach Statistiken ist jede 4. Frau in ihrem Leben mindestens ein Mal Opfer von strafrechtlich relevanten Formen von sexueller Gewalt. Wir reden jetzt nicht über dumme Sprüche oder angefragtes und unerwünschtes an den Hintern gegrapsche. Das erlebt so ziemlich jede Frau. Hast du eine Mutter, eine Schwester, eine Oma, eine Tante?“
„Ja.“
„Höchstwahrscheinlich ist eine von ihnen schwerst misshandelt oder vergewaltigt worden.“
Schweigen. Trauer und Bedrückung stand in seinen Augen.
„Darum brachen wir Kampf-Emanzen. Und wir brauchen noch viel mehr Männer, die in uns nicht abwerten und Angst haben, sondern und unterstützen und sehen, um was es eigentlich geht. Feminismus bedeutet nicht die Herrschaft von Frauen über Männer. Feminismus bedeutet die Gleichstellung ALLER MENSCHEN. Von dir und mir.“
Er lächelte.

Manchmal fängt Feminismus damit an sich der Angst und Vorurteile an zu nehmen. Auch den eigenen.

Zauberhafte Grüße
Lena

7
Aug

Runen und ihre Entstehungsgeschichte

   Geschrieben von: Lena   in Runen

Exif_JPEG_PICTUREDer Ursprung der Runen und ihre Entstehungsgeschichte liegen im Dunkeln und tauchten in die Nebel des Vergessens ein, während die Zeichen die Zeit überdauerten.
Runenähnliche Symbole finden wir in vielen Ländern und in allen geschichtlichen Epochen unserer Menschheit. So wurden beispielsweise in den Grotten Mas D‘Azil und Rochbertier Zeichen aus dem Paläolithikum (Altsteinzeit) gefunden, die Runen gleichen. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass Runen in ihrer heutigen Gestalt und Bedeutung auf diese Darstellungen zurück gehen. Den Runen ist gemein, dass es sich um sehr leicht zu ritzende Zeichen handelt. Ihre Formen sind so reduziert und einfach gehalten, dass es kein Wunder ist, dass ähnliche Darstellungen immer wieder eine neue Verwendung fanden.
Manch Wissenschaftler sieht in Runen die Weiterentwicklung eines etruskischen / norditalienischen Alphabets, andere der lateinischen Schrift, manche schreiben den Goten im Schwarzmeergebiet ihre Entstehung zu und andere bestehen auf einen rein nordischen Ursprung.
In der nordischen Mythologie heißt es, dass sie von Erzrednern ersonnen, von Göttern geschaffen und vom höchsten Herrscher geritzt wurden…

Die Lieder-Edda ist eine Sammlung von nordischen Götter- und Heldensagen, die nach der Christianisierung um 1270 zusammengetragen wurden. In ihr finden wir Odins Runenlied „Rúnatal“, welches von seiner Empfängnis der Runen erzählt:

„Ich weiß, daß ich hing
am windigen Baum
neun Nächte lang,
mit dem Ger verwundet,
geweiht dem Odin,
ich selbst mir selbst,
an jenem Baum,
da jedem fremd,
aus welcher Wurzel er wächst.

Sie spendeten mir
nicht Speise noch Trank;
nieder neigt ich mich,
nahm auf die Runen,
nahm sie rufend auf;
nieder dann neigt ich mich.”

(aus „Die Edda“ Übersetzung von Felix Genzmer, Spruchweisheit „Die Runenlehren“)

Odin hing 9 Tage und Nächte an dem Weltenbaum Yggdrasil, der Älter ist als alle Geschichten und Legenden der Menschen des Nordens. So weiß niemand mehr, aus welcher Wurzel er spross, wo er her kam und wer ihn schuf… er war da, vom Anbeginn der Zeit. Yggdrasil ist in der nordischen Mythologie die Verbindung der 9 Welten und somit die Versinnbildlichung des Universums und des gesamten Seins. ( Mehr dazu an anderer Stelle ;-) )
In vielen alten Zeichnungen wird Odin kopfüber an einem Fuße hängend dargestellt. 9 Tage harrt er so aus. Ein Tag und eine Nacht für jede der 9 Welten.
Odin fastet in dieser Zeit und nimmt weder Speise noch Trank zu sich. Er übt bewussten Verzicht und dieser sorgt für eine Erweiterung seines Bewusstseins.
Odin ist verletzt und wurde mit einem Speer (Ger) verwundet. Die Besondere dabei ist, dass dieser Speer ihm selbst geweiht ist. Es geht sogar soweit, denn die Wunden fügt er sich selbst zu. Es war also seine bewusste Entscheidung zu leiden, sich selbst und sein Blut zu Opfern.
Er beugt sich aus dem hoheitlichen Asgards hinab. Verlässt Stück für Stück die obere Ebene und seinen warmen Thron, geht hängend immer tiefer und tiefer, folgt dem Weg nach unten – nach ganz unten. Bis er sie erreichen kann. Tief zwischen den Wurzeln. Vor Schmerzen windend nimmt er sie rufend auf.
Erst durch diesen 9 tägigen Initiierungsprozess erweist Odin sich als würdig und erlangt die innere Bereitschaft die Runen zu empfangen. Er ist willens sich selbst aufzugeben, seine Sicherheit, sein warmes Zuhause, sein träges Dasein hinter sich zu lassen und macht sich hiermit von seinem Ballast frei. Er schmeckt den Schweiß, das Feuer und die Erde. Hierdurch wird er eins mit den 9 Welten, die ihm erst in ihrer Gesamtheit die Macht der Runen offenbaren können. Die 9 Welten, die durch den einen Baum verbunden sind und miteinander eins werden.

Manche sehen den Aspekt der Opferung in einem direkten Zusammenhang mit dem bereits sehr einflussreichen Christentum. Andere erkennen hier den grundlegenden Energieaustausch von Nehmen und Geben. Odin muss zunächst von sich geben, um die Runen überhaupt empfangen zu können. Er schafft in sich einen Raum, den die Runen einnehmen können und gibt als Ausgleich sein Blut, welches die Leere auf der anderen Seite füllen kann. Odin legt sein Schicksal in die Hände der universalen Urenergie ( Yggdrasil), ist bereit sich und sein Leben aufzugeben um zu einer tieferen Erkenntnis zu kommen. Und dafür wird er mit der Runenempfängnis belohnt.

„ Zu wachsen begann ich
und wohl zu gedeihn,
weise ward ich da:
Wort mich von Wort
zu Wort führte,
Werk mich von Werk
zu Werk führte.“

(aus „Die Edda“  Übersetzung von Felix Genzmer, Spruchweisheit „Die Runenlehren“)

29
Jul

Runen und ihre Verwendung

   Geschrieben von: Lena   in Runen

Exif_JPEG_PICTURERunen waren ein fester Bestandteil des Lebens der nordischen Völker. Noch heute zeugen mit Runen gezierte Steindenkmäler, Waffen, Schmuckstücke sowie Alltagsgegenstände von ihrer Präsenz.
Was bekannt und durch diverse Funde bestätigt wurde ist, dass Runen die Funktion eines Alphabets erfüllten. Bis auf eine kurze Phase im hochmittelalterlichen Skandinavien diente das Futhark jedoch nicht zur Alltagskommunikation und war auch nicht darauf ausgelegt.
Runen sind Sinnbilder und dienen diesen als Energieträger. Dem entsprechend ist ihre Verwendung auch wesentlich vielschichtiger, als die einfacher Buchstaben. Heute nutzen spirituelle Menschen auf der ganzen Welt wieder Runen, um mit ihnen sowohl magisch, als auch divinatorisch zu arbeiten. Nicht alle der folgenden Verwendungsmöglichkeiten sind historisch belegt – die langjährige Praxis der Runenarbeit bestätigt jedoch ihre Wirksamkeit.

Divination
Einer der heutigen Hauptaspekte in der Arbeit mit Runen liegt in der Divination. Auch wenn zahlreiche Zeugnisse aus vergangenen Tagen eindringlich vom Runenwurf berichten wird die Art und Weise des Umgangs vermutlich eine Andere gewesen sein.
Runen sind viel mehr, als ein simples Werkzeug zum Wahrsagen, zu welchem sie mitunter „Missbraucht“ werden. Sie sollten niemals in ihres Symbolik und Wirkweise mit Tarotkarten gleichgesetzt oder analog verwendet werden. Runen sind an erster Stelle sehr kraftvolle magische Zeichen. Jede Form der Arbeit mit ihnen ist ein magischer Akt und sollte bewusst zelebriert werden. Durch das Werfen der Runen beeinflusse ich bereits das Energiefeld um mich herum. Die Runen zeigen energetische Einflüsse, die sich unbewusst auf die tiefsten Ebenen unserer Seele auswirken können.

Runenritzen
Runen wurden schon immer in Holz eingeritzt. Später folgten auch andere Materialien wie Horn, Elfenbein oder Stein. Geritzt werden meistens einzelne Runen, Runenformeln oder Binderunen.
Anschließend werden die Linien der Runen mit Blut oder roter Farbe nachgezeichnet. Zum einen verbessert dies ihre Sichtbarkeit und zum anderen handelt es sich hierbei um einen magischen Akt. Das Runenfärben dient dazu sie mit Energie aufzuladen. Viele andere Kulturen kennen ebenfalls diesen Brauch der verwendet wird um den Geist des Zeichens „hinein zu färben“. Mit dem Färben erfolgt die Verwandlung und Beseelung der Rune.
Allem, was mit den eigenen Händen geschaffen wird, wohnt Magie inne. Allein durch das Anfertigen der Runen arbeite ich bereits mit ihren Energien und sie beginnen auf mich zu wirken.
Möchtest Du also die Potenziale einer bestimmten Rune für Dich nutzen, so gibt es nicht besseres als sie selbst anzufertigen und sie anschließend bei Dir zu tragen.

Binderunen
Binderunen ähneln vom Grundprinzip stark der Sigillenmagie. Die Kräfte verschiedener Runen werden miteinander kombiniert. Hierzu werden alle ausgewählten Runen miteinander verbunden. Hierdurch vereinen sich ihre Kräfte. Achte dabei darauf, dass Du keine Runen mit gegensätzlichen Energien miteinander kombinierst.
Binderunen können extrem kraftvolle Zeichen sein. Ihre Herstellung und der Umgang mit ihnen erfordern eine sichere Basis und viel Erfahrung.

Runenformeln
In der Edda finden sich Runenformeln für nahezu jede Lebenslage. Im Prinzip kann jeder diese ablesen und anwenden. Die einfachste Form der Anwendung besteht darin sie in einer entsprechenden mentalen Haltung zu ritzen.
Natürlich können auch eigene Formeln entwickelt werden. Dies setzt fundierte Kenntnisse der Materie voraus!

Runenstellungen
Jede Rune lässt sich durch eine Stellung des Körpers oder der Hände darstellen. Das Runenstellen soll die Energien der entsprechenden Rune auf die Person übertragen. Die Kräfte fließen durch Deinen Körper und gehen so auf Dich über.
Runenstellungen sind eine tolle Möglichkeit um die energetischen Potentiale einer Rune am eigenen Leib zu erfahren. Mit diesen Haltungen kann es Dir leichter fallen einen tieferen Zugang zu ihnen zu erhalten.
Eine Rune haben die meisten magisch arbeitenden Menschen schon dargestellt: Algiz. Die klassische Position zum Anrufen der Energien (Aufrecht hinstellen, die Arme links und rechts abgewinkelt in die Höhe wie bei einem Y ).

Runenintonierung
Jeder Rune wird ein Laut zugeordnet ( siehe Phonetik). Ähnlich wie beim Runenstellen kann durch die Intonierung dieses Lautes eine Verbindung zur Rune aufgebaut werden. Über diese Verbindung findet dann eine Übertragung der Energien statt. Du wirst zur Rune. Die Kombination von Runenstellungen und – intonierung ist besonders effektiv.
Den Laut kannst Du leise flüstern, murmeln, singen, laut brüllen oder nur in deinem Geiste formen – ganz nach Deinem Belieben. Höre einfach auf Dein Bauchgefühl.

28
Jul

Das Wort Rune und seine Bedeutung

   Geschrieben von: Lena   in Runen

Vorab möchte ich auf etwas hinweisen: Ich bin kein Etymologe und mir persönlich ist die genaue Abstammung des Wortes „Rune“ auch ziemlich egal. Daher werde ich hier nur begrenzt auf die Wurzeln eingehen. ;-)

Die Etymologie des neuhochdeutschen Wortes „Rune“ ist, soweit ich weiß, nicht endgültig geklärt. Das uns bekannt Wort selbst entstand erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhundert und ist eine gelehrte Entlehnung aus dem Dänischen. Es beruht jedoch auf diverse Vorformen, die in „urgermanischen“ Dialekten zu finden sind.

Im Buch „Helrunar“ von Jan Fries finden wir hierzu folgende Angaben:

„Altenglisch:
runian (»flüstern«)
leodrunan (»Liedrunen«)

Althochdeutsch:
rune (»Geheimnis«, »Mysterium«)

Modernes Deutsch:
raunen (»Geheimnisse flüstern«)

Altirisch:
run (»Geheimnis«)

Altnordisch:
runar (»Mysterien«)

Skaldisches Altisländisch:
runi (»Freund«, »Gefährte«, »Berater«)
runnr (»Waldland«)

Mittelwalisisch:
rhin (»magischer Zauber«)

Finnisch:
runo (»Lied«, »Gesang«, »Beschwörung«)“

Belege für die Verwendung ähnlicher Wörter für „Rune“ finden sich in diversen Innenschriften, z.B.:

runo (akk.sg.):
- Stein von Einang (Norwegen – ca. 350-400 n.Chr.)

runo (gen.pl.):
- Stein von Stentoften ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)
- Stein von Björketorp ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

runa(akk.sg.):
- Stein von Noleby (Schweden – ca. 450/600 n.Chr.)
- Spange von Eikeland (Norwegen – ca ca. 450 n.Chr.)
- Bügelfibel von Freilaubersheim (Deutschland – ca. 575 n.Chr.)

runa(akk.pl.):
- Bügelfibel von Freilaubersheim (Deutschland – ca. 575 n.Chr.)

runoz(akk.pl.):
- Stein von Stentoften ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

runaz(akk.pl.):
- Stein von Björketorp ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

ronoz(akk.pl.):
- Stein von Järsberg ( Schweden – ca. 450 n.Chr.)
- Brakteat von Tjurkö 1( Schweden – ca. 500 n.Chr.)
- Stein von Istaby ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

ronu(dat.sg.):
- Stein von Björketorp ( Schweden – ca. 600-650 n.Chr.)

Über die verschieden Schreibweisen würde ich mir persönlich keine Gedanken machen, denn schließlich gab es damals noch keinen Duden. ;-)

Genauere und weitere Informationen kannst du z.B. auf der Runenprojekt Seite der Uni Kiel finden: http://www.runenprojekt.uni-kiel.de/

Was ich interessant finde ist, dass das Wort Runen vermutlich auf eine homonyme Wurzel „*rūn-„ zurückgeht. Unter Homonym versteht man ein Wort mit verschiedenen Bedeutungen ( z.B. Tau: Seil und morgendlicher Niederschlag).
Die Wurzel „*rūn-„ bedeutet so viel wie raunen, flüstern, Geheimnis, Mysterium und gleichzeitig auch ritzen, kerben, Eintiefung, Einritzung. Ich finde, dass uns damit allein schon der Begriff „Rune“ viel über ihr Wesen verraten kann.

Runen raunen, sie flüstern uns zu. Geheimnisse aus einer anderen Welt, magische Weisheit. Das Mysterium des Seins liegt in ihrem Schoß. Sei leise. Höre genau hin, und Du kannst es vielleicht vernehmen.
Weißt Du sie zu ritzen – die Nebel zu durchtrennen? Bist Du bereit Kerben zu schlagen und in ihre Tiefen vorzudringen? Durchschneide das Band des Schicksals und webe einen neuen Faden.

27
Jul

Was sind Runen?

   Geschrieben von: Lena   in Allgemein, Runen

Aus akademisch-wissenschaftlicher Sicht sind Runen altgermanische Schriftzeichen. Das Runenalphabet wird seinen ersten Buchstaben entsprechend „Futhark” genannt.

Es gibt unterschiedliche Alphabete mit zeitlichen und regionalen Abweichungen. Am bekanntesten sind das ältere Futhark mit 24, das jüngere Futhark mit 16 und das angelsächsische Futhork mit 33 Zeichen.

Runen waren ungefähr vom 2. bis zum 15. Jahrhundert n. Chr. im lebendigen Gebrauch. Dies ist der aktuell anerkannte Zeitraum, doch wie so oft scheiden sich hier die Geister.

Ursprünglich wurden Runen in Holzstäbe geritzt. Da Holz leicht verrottet sind leider nur wenige Zeugnisse erhalten.
Später wurden sie auch in Stein gemeißelt. Heute sind etwa 6900 mit Runen beschriftete Denkmäler bekannt. Diese befinden sich hauptsächlich in Schweden und Norwegen, jedoch auch in Dänemark, Deutschland, England, Irland, Island, den Niederlanden, Orkneys, auf Grönland und den Färöer- Inseln.
Runen wurden ebenfalls in Elfenbein geritzt oder zierten Alltagsgegenstände, Waffen sowie Schmuckstücke. Oftmals sollten so besondere Kräfte auf den jeweiligen Gegenstand übertragen werden.

Das Wort „Rune“ lässt uns bereits erahnen, dass sich mehr hinter diesen alten Zeichen verbirgt, denn es bedeutet so viel wie „Geheimnis“.
Auch wenn es sich bei den Runen um ein Alphabet handelt wurden sie ganz anders als unsere heutigen Buchstaben verwendet. Bis auf eine kurze Phase im hochmittelalterlichen Skandinavien diente das Futhark nicht zur Alltagskommunikation und war auch nicht darauf ausgelegt.
Runen sind Sinnbilder und dienen diesen als Energieträger. Sie stehen für bestimmte Lebensweisheiten und ermöglichen eine tiefere Erkenntnis über die Zusammenhänge des Seins.
Sie reflektieren ebenfalls die germanische Mythologie und stellen eine Verbindung zwischen den verschiedenen Welten her. Sie Integrieren die Welt der Menschen in den Weltenbaum und ermöglichen den Austausch der Polaritäten.
Runen arbeiten dabei mit einer archaischen Ursymbolik, die einen bildlichen Zugang zu den tieferen Ebenen unserer Psyche herstellt.
Heute nutzen spirituelle Menschen auf der ganzen Welt wieder Runen, um mit ihnen sowohl magisch, als auch divinatorisch zu arbeiten. Runen sind dabei viel mehr, als ein simples Werkzeug zum Wahrsagen und sollten niemals in ihres Symbolik und Wirkweise mit Tarotkarten gleichgesetzt oder so verwendet werden.
Runen sind an erster Stelle sehr kraftvolle magische Zeichen. Jede Form der Arbeit mit ihnen ist ein magischer Akt und sollte bewusst zelebriert werden.


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